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SOLINGER TAGEBLATT JULI 2018:

Von Manuel Böhnke

Feiermobil hilft Solinger Vereinen

Mit dem umgebauten Feuerwehrauto sollen vor allem kleinere Feste wieder möglich werden. Steigende Sicherheitsauflagen, begrenzte finanzielle Mittel, fehlende Helfer: Insbesondere für kleine Organisationen wird es immer schwieriger, eigene Feste zu stemmen. Dieser Entwicklung möchte der Verein zur Förderung des traditionellen Solinger Brauchtums nun entgegenwirken. Ein zum „Feiermobil“ umgebautes Feuerwehrauto soll zukünftig die infrastrukturellen Rahmenbedingungen für öffentliche Feten schaffen. Zudem helfen die erfahrenen Vereinsmitglieder auf Wunsch bei der Organisation. „Kleine Heimat- oder Stadtteilfeste dürfen nicht sterben“, betont Falk Dornseifer. Er ist Vorsitzender des Brauchtumsvereins.

 Das Löschgruppenfahrzeug 8 wurde 1987 gebaut und gehörte mehr als 20 Jahre lang einer Freiwilligen Feuerwehr in Baden-Württemberg. Später kam es bei einer Betriebsfeuerwehr zum Einsatz. Sein Alter sieht man dem sehr gepflegten Fahrzeug nicht an. Es bringt sogar einen handfesten Vorteil mit sich: Weil der Wagen mehr als 30 Jahre alt ist, hat er ein sogenanntes H-Kennzeichen. Konkret bedeutet dies einen günstigen Unterhalt. Seine ersten erfolgreichen Einsätze hatte das Feiermobil bereits beim Weinfest auf dem Mühlenplatz und dem Kinderspielfest am Weyersberg und erwies sich dabei als echter Hingucker.

5000 Euro hat der Wagen gekostet. Weitere 20 000 Euro sind für den Umbau und die Grundausstattung fällig. Gedeckt werden diese Kosten durch Sponsoren. Um neue Materialien anschaffen zu können, bemüht sich der Brauchtumsverein um weitere Förderung, etwa durch die Bezirksvertretung.

Leistungen können individuell gebucht werden

Mit zahlreichen ausziehbaren Regalen und Ablagen ist das ehemalige Einsatzfahrzeug ein echtes Raumwunder. So können Absperrgitter, Kabelbrücken, Bierbänke, Schläuche, aber auch Lautsprecher zu Festen transportiert werden. Während der Feier kann der Wagen zudem als „Kommandozentrale“ der Veranstalter genutzt werden. Dazu wird momentan der ehemalige Raum der Besatzung in ein rollendes Büro umgebaut. „Das ist wirklich ein Einsatzfahrzeug für alle Vereine“, betont Hans-Georg Wenke vom Brauchtumsverein.

Professionellen Veranstaltungsfirmen könne und wolle man nicht das Wasser reichen. Das sei aber auch gar nicht das Ziel, weil es eben um kleinere Veranstaltungen geht. Welche Materialien genau gebraucht werden, legt der Veranstalter fest. Die Leistungen sind modular und individuell buchbar. Eine Preisliste für das Equipment wird momentan erstellt. „Die Preise werden auch für karitative Einrichtungen oder Nachbarschaftsfeste erschwinglich sein“, verspricht Wenke.

Die Einnahmen fließen wiederum in neue Ausstattung. „Wir bieten ein Rundum-sorglos-Paket“, sagt Dornseifer. Dazu gehört, dass die Mitglieder des Brauchtumsvereins auf Wunsch an der Organisation und Betreuung des jeweiligen Festes mitwirken. Zudem bieten sie ihre Hilfe bei Gesprächen mit den Behörden oder der Öffentlichkeitsarbeit an. Mit ihrem Netzwerk können die Organisatoren auch geeignete Künstler oder Bühnenmeister vermitteln.

Falk Dornseifer und Hans-Georg Wenke sind sichtlich stolz auf das Feiermobil. Wenke betont, dass der Brauchtumsverein mit der Idee auch seinem eigenen Anspruch als „Verein für Solinger Vereine“ gerecht werde. Er hofft, dass das Feiermobil ein Impuls ist, sich an die Organisation kleinerer Feste heranzutrauen.